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Und schon hat der rastlose Lutz ein neues Projekt: die Windmühle
? acht in bestimmten Winkeln zueinander aufgestellte Projektionswände
werden mittels acht Film- oder Diaprojektoren in
einen permanenten Bildwirbel getaucht, und ein über allem schwebender
Ventilator sorgt für den rechten Wind. Anläßlich einer
Vorführung seiner Filme in der Kunsthalle Bern schrieb Mommartz:
"Geht man davon aus, daß das moralische Kino bereits ein Anachronismus
ist, daß darüber hinaus das ästhetische Kino keine unmittelbare
Daseinsberechtigung hat, so versteht sich das Projekt >Windmühle<
und in vereinfachter Form das Zweileinwandkino als Treffpunkt von Leuten,
die in bestimmter Weise zwar stimuliert, nicht jedoch in irgend einer
Weise bevormundet werden wollen.
Nicht die Würdigung eines bestimmten Films oder eines Idols wird
ermöglicht, sondern deren Relativierung angesichts der gerade vorherrschenden
Situation.
In der Konsequenz führt dies dazu, daß hier nicht besondere
Filme, sondern stimulierendes Material gezeigt werden. Die Programmierung
des Materials entweder in variabler oder in bestimmter Weise ist der eigentliche
Akt der Gestaltung der jeweiligen Situation."
Wie sehr der einzelne Film an Bedeutung verliert ("Ich möchte
fast sagen, man sollte keine fertigen Filme mehr bauen, sondern für
bestimmte Situationen oder zur Erzeugung bestimmter Situationen Filmmaterial
einsetzen") und eine Art Präsentation an Bedeutung gewinnt,
wurde unlängst bei einer Mommartz-Vorführung in der Düsseldorfer
Kunsthalle deutlich: mit sieben Projektoren schoß Mommartz seine
Filme durch das Publikum; es wurde eine totale Raumgestaltung mittels
Filmprojektionen geschaffen. Dabei ließ Mommartz seine "Eisenbahn"
gleich siebenfach donnern, während er die anderen Filme samt Negativmaterial
wild durcheinander-schüttelte. Teilweise bewegte er die Projektoren,
sodaß ich die Bilder verzerrten oder übereinander gerieten.
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Zu Beginn der >dokumenta< in Kassel startete Mommartz in der dortigen,
für die Zeit der Ausstellung errichteten Dependance des >Creamcheese<
Versuche, mit zwei Leinwänden zu arbeiten, die er im Abstand von
zehn Metern einander gegenüber aufstellte (dazwischen war Tanzfläche).
In jede Leinwand hatte er ein Loch geschnitten ("Die Zerstörung
der Leinwand ist wichtig. Man darf keine Ehrfurcht vor den Bild haben"),
hinter dem jeweils ein Projektor stand und auf die gegenüberliegende
Leinwand das Bild warf. ....
(H.P.
Kochenrath Film Jan. 69)
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