| .Musik:
Astor Piazzolla / Kamera: Lutz Mommartz, Martin Schäfer, Dieter Fietzke,
Jürgen F. Hagemann Ton: Herbert Baumann, Jürgen Zech / Maske:
Marie-Luise Engel / Mitarbeit: Georg Bühren, Wolfgang Braden, Walter
Foelske, Jürgen Kuhfuß /Schnitt: Ina Rasche / Produktionsleitung: Ulli
Kratzsch
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Schauspieler:
Eddie Constantine, Maya Faber-Jansen, Detlef F. Neufert, Manfred Bölk,
Anna Plakinger, Gerta Reinhardt, Georg Bradtke, Jango Edwards and his
friends road-show,Hartmut Redottée, Bastian Feldmann, Klaus Hang
u.v.a
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| Zur
Entstehung von "Tango durch Deutschland"
Seit Jahren war ich auf der Suche nach einem Darsteller, einem Mann, der
unbeirrt der Ferne zustrebt. Seine Bewegungen sind sehr bestimmt aber
gelassen. Er läuft nicht auf ein bestimmtes Ziel zu, sondern zelebriert
gewissermaßen rituell, daß es um etwas geht, was alle angeht.
Wo immer er auftaucht, stört er den normalen Ablauf der Dinge, bringt
den Verkehr zum Erliegen und macht sich Platz. Er setzt Zeichen, provoziert
wie ein Aktionskünstler und nimmt sich die Freiheit, gegen den Strom
zu schwimmen. Er produziert Staunen und wirkt nicht aggressiv. Letztenendes
gewährt man ihm Übertretungen aller Art. Er setzt sich über
Konventionen hinweg und verkörpert jene Spannung, in der der vorauseilende
Geist mit der Wirklichkeit steht.
Wenn er schließlich, von der Menge aufgehalten, in ihr auf und untergeht
(Garance!) und unseren Blicken entschwindet, wissen wir, daß er
daraus irgendwo wieder auftaucht. Mit ihm und einem kleinen Team wollte
ich durch die Lande ziehen, jeweils vor Ort eine Aktion ausdenken und
filmen. Vielleicht gibt es einen solchen Darsteller gar nicht.
Im April 1979 saß ich zufällig neben Eddie Constantine. Er
fragte mich, was ich so mache. Aus lauter Verlegenheit erzählte ich
ihm von dem Projekt. Er fing sofort Feuer: "Das mache ich dir ? umsonst
!"
Ich hielt es für völlig ausgeschlossen, ja abwegig gerade mit
ihm. Doch er ließ nicht locker und lockte mit einem Bild: einen
Typ a la Buster Keaton wolle er verkörpern. Da schob ich mein Projekt
beiseite um zu sehen, was anderes vielleicht mit ihm zu machen sei. Bei
den Probeaufnahmen kam er meiner Art des direkten Drehs entgegen. Also
dachte ich, wir riskieren es.
Es kam dann alles ganz anders. Als die Filmförderung mitmachte, wollte
er nicht mehr ohne Drehbuch und ein Honorar war fällig. Als Stoff
für’s Drehbuch nahmen wir sein Leben. Darin eröffnet ihm
ein Tribunal die Chance, es nochmal zu versuchen. Seine Liebesgeschichte
mit Maya Faber-Jansen wurde hineingearbeitet. Ein neuer Kameramann mußte
gefunden werden, weil es Dieter Fietzke mulmig wurde.
In der Bedrängnis übernahm Martin Schäfer die Rolle. Pech
für mich, weil der ganz andere Bilder dachte als ich. Und so nahm
die Katastrophe ihren Lauf.
(L.M.)
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Nächtliche
Großstadtstraße. Zwei bedrohlich lichtstrahlende Spritzautos
fegen den Schmutz der Vergangenheit in die Gosse des Vergessens. Im imaginären
Museum des Films aber huschen scharfe Spotlight-Schein-werferkegel über
die allmählich fadenscheinig werdenden Leinwände der alten,
handgemalten Kinofassaden-Reklamen. Auf einem rotierenden Drehpodest erfassen
sie die Mumienstatue eines gewesenen, verwesenden Lichtspielidols, dessen
Name Eddie Constantine - im ganzen folgenden Film nicht ein einziges Mal
genannt wird. Braun die Lederhaut der Gesichtsmaske unter dem Hut, emporgestreckt
der Arm aus dem Trenchcoat in boxbereiter Abwehrhaltung.
....... Der Eingang von Lutz Mommartz' "Tango durch Deutschland"
benutzt uralte Auferstehungs-Mythen wie den von Orpheus und Euridike,
von Lazarus, von Kyffhäuser-König Rotbart lobesam, oder auch
neueren Versionen wie Sartres "Das Spiel ist aus"..........
(Sebastian Feldmann RP 19.3.81) |
| ......Schwebend
wie der Rollstuhl am Beginn wird aus dem Tango das heimliche Motiv eines
Liebesliedes, wird die Menschwerdung der Mumie durch die Liebe besungen
in poetischen Parklandschaften und mit Nietzsche.
Bevor freilich das unglückliche Bewußtsein sich ganz in die
Idylle der "kleinen Dinge des Lebens" wie Fensterrahmen pinseln
und Rollschuhlaufen verliert, schiebt Mommartz ein düsteres enigmatisches
Ende davor: Im leeren Fabrikgebäude sucht Eddie noch immer oder schon
wieder nach einer Maja, und wie in einem fellinischen Traum verschwindet
er suchend in der Schwärze eines Ganges. (pupille)
(Gertrud
Koch Frkf. Rdsch. Mai 81) |

......
irrt Constantine jetzt im Düsseldorf des Jahres 1980 durch die Straßen,
wechselt auf einer vielbefahrenen Straße unschlüssig die Richtung,
begegnet unentwegt sich selbst, findet sich unter Rentnern in einem Park,
als Voyeur in einem einschlägigen Etablissement oder gar in Edith
Piaf, seiner verehrten Lehrerin, die er meisterhaft zu imitieren versteht.
(Wolfgang
Würker FAZ 19.6.81) |